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	<title>Joe &#8211; die bilderschreiber</title>
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		<title>Keith Cunningham: Geschichten für das 21. Jahrhundert – Erzählen im Zeitalter des Wandels</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2025 09:06:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kürzlich bin ich beim Umräumen meines Bücherregals auf eine Ausgabe von Scenario gestossen, in der dieser interessante Beitrag von Keith&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich bin ich beim Umräumen meines Bücherregals auf eine Ausgabe von <a href="https://www.amazon.de/Scenario-Film-Drehbuch-Almanach-Jochen-Brunow/dp/3865051995/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=21DAUSEXYAYFI&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.hL1PbPyTi251aem5Ea5mf7EjN_OttlCz4EsHzCGzktRZry3DQcLg7NCWBdTjTJ0XxD7fZ9vZ351eJacu8GOMHwdCDrTHcKzct-wOHLIGKEvmMUxvksjyeBgCBUtjM1Mi-jL_5qZVCCGFdJ1C-mspU4BkbNILYf21pHiQXBcPidyxFNPTLJLJubn0iR9WSiJb8O__Yi0qgEyF6j2cDiBAlg42QK8CC4jc3J67I5Mx51Y.o8M5_hAbPIeuM6pubskgZxP1GQC2YfW8hy83jpND064&amp;dib_tag=se&amp;keywords=scenario+4&amp;qid=1760086595&amp;sprefix=scenario+4%2Caps%2C78&amp;sr=8-1">Scenario</a> gestossen, in der dieser interessante Beitrag von Keith Cunningham zu finden ist. Auch wenn dieser Beitrag schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, scheint er mir immer noch sehr relevant zu sein in Bezug auf das moderne Geschichtenerzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keith Cunninghams «Neue Story-Welten – Über das Erzählen im 21. Jahrhundert» ist kein theoretischer Aufsatz, sondern ein leidenschaftlicher Weckruf an alle, die Geschichten erzählen. Das Manifest richtet sich besonders an Drehbuchautor:innen, Regisseur:innen und Produzent:innen – an alle, die mit bewegten Bildern unsere Wahrnehmung der Welt prägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Klimawandel als Kontext aller Geschichten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cunninghams zentrale These ist ebenso einfach wie radikal: Der Klimawandel ist nicht mehr bloss ein Thema – er ist der Kontext, in dem alle zukünftigen Geschichten spielen.<br>So wie die Atombombe oder die industrielle Revolution frühere Generationen geprägt haben, wird der ökologische Umbruch des 21. Jahrhunderts in jeder Form des Storytellings präsent sein – im Text oder im Subtext, offen oder verborgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vom Eskapismus zur Verantwortung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cunningham kritisiert, dass Kino und Fernsehen seit dem Ende des Kalten Krieges ihre humanistische Mission verloren haben. Wo früher Filme Fragen nach Sinn, Verantwortung und Gemeinschaft stellten, dominiert heute Marktlogik: Quoten statt Qualität, Eskapismus statt Haltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade jetzt, in einer Zeit multipler Krisen, brauchen wir Geschichten, die Mut machen – nicht durch moralische Zeigefinger, sondern durch emotionale Wahrheit und Identifikation. Geschichten, die uns helfen, die Realität auszuhalten und zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er beschreibt eine Spannung zwischen dem «Mut zum Sein» und den «Parabeln der Flucht». Während die Medien oft in Voyeurismus, Fantasy und Selbstverblendung flüchten, fordert Cunningham das Gegenteil: Geschichten, die uns mit unseren Ängsten, Widersprüchen und Grenzen konfrontieren. Nicht, um zu deprimieren – sondern um Stärke, Mitgefühl und Handlungsfähigkeit zu wecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Helden für eine neue Zeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Drehbuchschreiben bedeutet das: Wir müssen neue Heldenbilder entwickeln. Der einsame, technisch überlegene Actionheld hat ausgedient. Die Protagonist:innen der Zukunft sind kooperativ, empathisch und sich ihrer ökologischen und sozialen Einbindung bewusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heldentum zeigt sich nicht mehr im Sieg über andere, sondern im Engagement für das Ganze. Verantwortung wird zum neuen Abenteuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cunningham schlägt ausserdem vor, Geschichten stärker über ihre «Tag- und Nachtwelten» zu strukturieren – also über die Spannung zwischen Sicherheit und Chaos, Gewohnheit und Wandel. Der Klimawandel kann hier als unsichtbare Kraft im Hintergrund wirken, die Figuren und Konflikte prägt, auch wenn sie nie direkt benannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwischen Fortschritt und Überforderung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der Veröffentlichung von Cunninghams Manifest ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen – und die Welt hat sich weitergedreht. Klimakrise, Digitalisierung, Streamingkultur und künstliche Intelligenz haben das Erzählen und Produzieren von Geschichten verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits sind Bewusstsein, Vielfalt und technische Möglichkeiten gewachsen; andererseits hat sich der Druck von Markt, Aufmerksamkeit und Algorithmen verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade in dieser Ambivalenz behält Cunninghams Aufruf seine Kraft: Die Aufgabe, Geschichten zu erzählen, die uns mit der Realität verbinden, ist dringlicher denn je.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen als Akt der Hoffnung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Cunninghams Manifest endet mit einer ethischen Vision: Geschichten sind kein Eskapismus, sondern Werkzeuge des Bewusstseins. Wenn wir erzählen, gestalten wir mit, wie Menschen die Welt sehen – und was sie in ihr für möglich halten.<br>Das Erzählen selbst wird so zu einem Akt der Verantwortung und der Hoffnung: ein kreativer Widerstand gegen Gleichgültigkeit, Angst und Zynismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er erinnert uns daran, dass gute Drehbücher mehr können als unterhalten – sie können Menschen ermutigen, sich der Realität zu stellen und neue Wege in ihr zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Warum wir neue Geschichten brauchen – und was Cory Doctorow uns über das Drehbuchschreiben lehrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 15:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeine Informationen]]></category>
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					<description><![CDATA[Was passiert, wenn die Welt untergeht? Die Strassen werden unsicher, die Nachbarn werden Feinde, und jeder kämpft ums eigene Überleben.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Was passiert, wenn die Welt untergeht?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strassen werden unsicher, die Nachbarn werden Feinde, und jeder kämpft ums eigene Überleben. Dieses Szenario kennen wir aus unzähligen Filmen, Serien und Romanen – und auch viele Drehbücher bedienen sich genau dieses Musters. Doch was, wenn genau diese Erzählweise unser Bild von der Welt verzerrt – und sogar gefährlich ist?<br>In seinem Essay „<em><a href="https://slate.com/technology/2020/10/cory-docotorow-sci-fi-intuition-pumps.html?via=features" data-type="link" data-id="https://slate.com/technology/2020/10/cory-docotorow-sci-fi-intuition-pumps.html?via=features">The Dangers of Cynical Sci-Fi Disaster Stories</a></em>“ macht sich der Science-Fiction-Autor Cory Doctorow Gedanken über die Wirkung solcher Geschichten – und über seine eigene Verantwortung als Autor. Seine These: Die Art, wie wir Krisen in Fiktion darstellen, beeinflusst, wie wir sie im echten Leben erleben. Und: Das klassische Katastrophen-Narrativ vom egoistischen Menschen am Abgrund ist nicht nur einseitig, sondern falsch.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Intuition Pumps – wie Geschichten unser Denken formen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doctorow bezieht sich auf den Philosophen Daniel Dennett, der Fiktion als sogenannte „Intuition Pump“ beschreibt: Geschichten helfen uns, gedanklich durch Szenarien zu navigieren, bevor sie real werden. Sie trainieren unser moralisches und emotionales Reaktionsvermögen. Wenn aber immer nur erzählt wird, dass in der Krise Chaos, Gewalt und Misstrauen herrschen, prägen wir uns dieses Weltbild tief ein.<br>Doch laut Doctorow – und auch laut der Autorin Rebecca Solnit, auf deren Buch A Paradise Built in Hell er sich stützt – verhalten sich Menschen in realen Katastrophen oft ganz anders: solidarisch, hilfsbereit, kreativ. Es ist nicht der „Mob“, der durchdreht, sondern häufig die Eliten, die Angst vor dem Kontrollverlust haben („Elite Panic“). Die Realität ist komplexer – und genau darin liegt die Chance für spannendere, wahrhaftigere Drehbücher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Weg von den Klischees – hin zu echten Konflikten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für uns Drehbuchautor:innen bedeutet das: Es lohnt sich, den Blick über den klassischen „Mad Max“-Tellerrand zu werfen. Doctorow fordert nicht nur sich selbst, sondern alle Schreibenden dazu auf, neue Geschichten zu erzählen. Geschichten, in denen Menschen in der Krise nicht nur reagieren, sondern gemeinsam gestalten. In denen es keine plumpen Helden und Schurken gibt, sondern differenzierte Figuren mit echten Dilemmata, Überzeugungen und Wandlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er zeigt das in seinen eigenen Romanen: In <em>Little Brother</em>, <em>Homeland</em> und dem aktuellen <em>Attack Surface</em> arbeitet er mit komplexen moralischen Konflikten, in denen technologische Verantwortung, gesellschaftliche Machtstrukturen und persönliche Entscheidungen miteinander ringen. Keine simplen Apokalypsen, sondern vielschichtige Erzählungen über Widerstand, Wandel und Verantwortung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Was heisst das für unsere Writers Rooms?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Fragen stellen wir uns regelmässig in unseren Writers Rooms und Community Meetings:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche gesellschaftlichen Narrative wollen wir fortschreiben – und welche überwinden?</li>



<li>Wie gestalten wir Figuren, deren Konflikte glaubwürdig, emotional und politisch relevant sind?</li>



<li>Wie können wir das Vertrauen in kollektive Handlungsfähigkeit in Geschichten sichtbar machen?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Doctorows Text ist ein Weckruf – nicht nur für Science-Fiction-Schaffende, sondern für alle, die mit Geschichten die Welt erklären und gestalten wollen. Gerade im Drehbuchschreiben liegt eine besondere Verantwortung und Chance: Wir prägen das Bild davon, was möglich ist. Und vielleicht beginnt die echte Revolution mit einem Writers Room, in dem wir uns gemeinsam entscheiden, nicht den einfachen Weg, sondern den ehrlicheren, tieferen zu gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br><strong>Lust, mit uns genau solche Geschichten zu entwickeln?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann komm zu unseren Community Meetings oder werde Teil eines Writers Rooms – gemeinsam schreiben wir Geschichten, die zählen.</p>
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